Nach 29 bewegten Tagen, 29 beengten Nächten und 5500 Kilometern in unserem neongrün-lila Zuhause sind wir in Cairns angekommen. Sorry für die Stille auf dem Kangaroochaos-Blog! Aber wir mussten erst noch Koalas suchen, mit Spinnen und Schlangen kämpfen, Känguruhs und Kühe von der Straße hupen, Walen ausweichen, einen Adler zu Tode erschrecken, gefrorene Himbeerfanta und Geleeschokoriegel runterwürgen, Flüsse durchqueren, fixe Schildkröten und faule Krokodile beobachten, Feueralarm mit dem Toaster auslösen, hunderte Aussichtspunkte anfahren und erwandern, Fraser Island aus der Luft bewundern, auf einem Segelboot schlafen, unter Krokodilangst kochen, mitten in der Nacht aufstehen um diverse Sonnenaufgänge, seltene Dingos und Schnabeltiere zu photografieren und um Deutschlandspiele auf lila verfärbtem TV zu verfolgen... Jetzt gehts aber los: Wirre Posts zu Themen wie Autofahren, Tierbegegnungen und Bilderposts zu Städten, Streckenabschnitten oder Nationalparks werden in den nächsten Tagen folgen.
Das viele Wasser in und um Sydney hat es uns angetan (die anderthalb Tage Regenwetter sind nicht gemeint). So haben wir noch einige Wanderungen am Meer unternommen, uns den Swimmingpool mit Meerwasser angeschaut, Meeresfrüchte gegessen und einen Friedhofsplatz mit Meerblick ausgesucht. Das alles machte zwar Lust auf mehr Sydney, dennoch wurde es langsam Zeit die Reiseplanung nach Cairns in Angriff zu nehmen. Die Organisation des Campervans hat wunderbar geklappt - wir haben wirklich alles verstanden und waren auch mächtig Stolz auf unsere Australisch-Englischkenntnisee... Als wir dann am nächsten Tag nochmal aufgekreuzt sind war dort ein anderer Typ, der ziemlich viele schwer verständliche Dinge von sich gegeben hat, aber dann war alles klar: "So you were talking to the Canadian guy yesterday?"
Jetzt sind wir auf großer Fahrt - hier aber erstmal noch ein paar Bilder von den letzten Tagen in Sydney:
Sydney gefällt uns super - und das obwohl wir statt der geplanten kleinen und großen Känguruhs nur kleine und große Kakerlaken gesehen haben. Die fiesen Schlangen, Spinnen und Krokodile haben uns bis jetzt in Ruhe gelassen. Dafür haben die menschlichen Blutsauger zugeschlagen: Wir haben in Bondi eine Pizza für $27 gegessen - das sind 19,23 Euro!!! (2009 wären $27 noch 13,5 Euro gewesen). Naja, so langsam bekommen wir ein Gefühl dafür, was etwas kosten sollte - heute wurden uns (sehr leckere) Pizzen für 10$ serviert. Ansonsten essen wir natürlich wieder mal alles, was wir nicht kennen und wofür wir in Singapur keine Zeit mehr hatten, wie z.B. Kaffeestückchen mit grünem Tee Geschmack. Auch sonst sind uns noch einige Parallelen zwischen Singapur und Sydney aufgefallen: - Die Geldscheine sind aus dem gleichen Kunststoff mit einem Fenster drin - geschmacklose Gummikügelchen in Erfrischungsgetränken - überall Sushi to go - die Ampelanlagen fordern die Fußgänger durch ein laserpistolenähnliches Geräusch zum Gehen auf
Abgesehen davon, dass die Zahl asiatisch aussehenden Menschen in Sydney etwas geringer als 95% sein dürfte, gibt es noch weitere Unterschiede zu Singapur: - die Flughunde aus dem Singapur Zoo haben wir im Royal Botanic Garden in Sydney live erlebt - In Sydney werden Hunde gehalten... in Singapur haben wir in 4 Tagen nur einen einzigen gesehen (könnte auch ein Dingo gewesen sein) - die Hochhhäuser in Sydney sind vergleichsweise langweilig - in Sydney ist es ranzig (vor allem in unserem Wohnviertel Kings Kross) - Ibisse fliegen und laufen überall in Sydney herum - das australische 50 Cent Stück ist sehr praktisch... vor allem wenn man an Erntedank noch keine Platte für den Truthahn hat.
Auch wenn es auf den Fotos so aussieht - wir haben noch andere Dinge unternommen als das Opernhaus aus allen Winkeln und zu allen Tages- und Nachtzeiten zu fotografieren: - unser Wochenticket im Darling Harbour vom Monorailautomaten fressen lassen - zum Kissing Point gefahren - bis Nachts Fußball geschaut, ausgeschlafen und geärgert, dass es um 17:00 Uhr schon wieder dunkel wird - Delphine gesehen - einen Kookaburra durch den Hyde Park gejagt - bei Aldi eingekauft (in Manly) - ...
Nach 4 Tagen schwitzen bei 35 Grad und ca. 100% Luftfeuchtigkeit dachten wir "super, Sydney wird dann ja sicher eine willkommene Erfrischung"... aber nach 4-5 Sekunden bei 7 Grad ausserhalb des Flughafens waren wir eigentlich schon genug erfrischt. Letztendlich mussten wir uns am Bondi Sibirien Beach mit Joggen (wie alle dort, inklusive Hunde) und heißen Duschen aufwärmen... und wir haben uns einen Föhn gekauft. Nichtsdestotrotz hatten wir einen warmherzigen Empfang: Der Busfahrer hat uns umsonst vom Flughafen nach Bondi gefahren! Die Trauer um die nicht mitgenommene Rentierwärmflasche ist mittlerweile verhallt - es ist doch um einiges wärmer geworden und wir treiben uns nicht mehr um 6 Uhr morgens draussen herum.
Bondi Beach ist sehr schön und in der Sonne ist es auch richtig heiss - dennoch haben wir in den ersten drei Tagen schon mal einen kleinen Ausflug ins Zentrum Sydneys unternommen... von Sydney aber mehr im nächsten Post.